Hofgemeinschaft Wildkuhl
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Konzept


 

 


                Aufeinander achten und einander achten.

                Unser Anliegen ist es dem erwachsenen

                seelenpflegebedürftigen Menschen, in einer

                partnerschaftlichen Lebens – und Arbeitsgemeinschaft

                ein familiäres Zuhause zu geben und ihn darin zu fördern

                sein Leben weitestgehend selbstständig zu führen. 



 

Die Sozialtherapeutische Hofgemeinschaft bietet seelenpflegebedürftigen Erwachsenen einen Ort zum Wohnen, der ihnen einen entsprechenden Arbeitsplatz und Möglichkeiten der Persönlichkeitsentwicklung im religiös / kulturellen - und im Freizeitbereich gibt.

Die Lebens - und Arbeitsgeminschaft ist eine vollstationäre Einrichtung der Behindertenhilfe im Sinne von § 13 SGB XII und dem Leistungstyp A5 LRV M-V zuzuordnen.

Die Zielgruppe der Lebens - und Arbeitsgemeinschaft sind Leistungsberechtigte der Hilfebedarfsgruppen II - V ( H.M.B.) beiderlei Geschlechts im Sinne des § 53 SGB XII.

Das Wohnheim bietet 28 Wohnplätze in drei Wohngruppen an. Zwei Wohngruppen in Wildkuhl und eine Wohngruppe im Nachbarort Kieve.

Beide Orte sind kleine Dörfer am Rande der idyllischen Mecklenburgischen Seenplatte und die ländliche Umgebung bietet einen optimalen therapeutischen Rahmen.

Die Einrichtung gibt sich die Form einer Lebens - und Arbeitsgemeinschaft auf anthroposophischer Grundlage.

 


 Lebens- und Arbeitsgemeinschaft

In unserer Hofgemeinschaft haben sich Menschen zusammengefunden mit dem Ziel, in einer besonderen Art des Zusammenwirkens eine Gemeinschaft zu bilden, die in der Lage ist, Menschen mitzutragen, die von sich aus nicht oder noch nicht die Kraft zu selbständiger Lebensführung entwickeln können. Jeder Lebensweg enthält die Möglichkeiten, Helfer und Hilfsbedürftiger zu sein. Sozialtherapie wird möglich, wenn eine Gruppe von Menschen aus solcher Erkenntnis des gegenseitigen Helfens und Lernens aneinander einen gemeinsamen Lebensbereich gestaltet.

Die Lebens- und Arbeitsgemeinschaft umfasst die Bereiche Wohnen und Arbeiten sowie die Pflege eines religiös / kulturellen Lebens in Gemeinschaft mit anderen. Von den Hausgemeinschaften und den Arbeitsbereichen geht die Bildung eines sozialen Organismus aus. Das Grundrecht auf Arbeit wird ernst genommen. Mit seiner Arbeit findet sich der Mensch praktisch in der Gemeinschaft wieder.

 

Qualitätsentwicklung als Lebensprinzip

Die Lebens- und Arbeitsgemeinschaft erhält Impulse aus den Grundlagen anthroposophischer Sozialtherapie wie sie in den verantwortlichen Menschen lebendig werden. Alle mit der Hofgemeinschaft verbunden Menschen wirken an der Ausformung der Impulse mit und tragen damit die Qualitätsentwicklung. Es entsteht eine inspirierende Wechselwirkung zwischen den Impulsen, auf dem das Konzept fußt, und den Intentionen und Entwicklungsschritten der Mitarbeiter und weiteren verantwortlichen Menschen. Für die Menschen mit Behinderung, die nach Möglichkeit in die Erörterung von Qualitätsfragen mit einbezogen werden, entsteht daraus ein beflügelndes, ermutigendes Entwicklungsklima.

Hilfepläne werden mit den Betreuten gemeinsam erarbeitet. Sie sind Grundlage der Vereinbarungen zwischen Betreuer und Betreuten. Sie beschreiben die nötigen Maßnahmen der Hilfestellung in allen Bereichen des täglichen Lebens.

Hierbei sollen Schwerpunkte gesetzt werden, die einen erreichbaren Rahmen beschreiben, Erfolge und Misserfolge ablesbar machen und somit die sozialtherapeutische Betreuung und Hilfe konkretisieren. Die Umsetzung der Hilfepläne wird fortlaufend dokumentiert.

Für die Qualitätssicherung und Qualitätsentwicklung wird das GAB-Verfahren angewendet.

 

 Organisationsformen

(1)   Eigentümer und Betreiber der Hofgemeinschaft ist die "Sozialtherapeutische Hofgemeinschaft Wildkuhl gemeinnützige GmbH", Gesellschafter sind mehre gemeinnützige Einrichtungen der Heilpädagogik und Sozialtherapie im norddeutschen

       Raum.

(2)   Die wirtschaftlichen Belange werden von der  Geschäftsführung der „Sozialtherapeutischen Hofgemeinschaft Wildkuhl“ geleitet.

(3)   Der Heimleiter ist verantwortlich für die sozialtherapeutischen und organisatorischen Belange der Wohngruppen und vertritt die Einrichtung nach außen.

(4)   Der Leitungskreis entscheidet über die grundlegenden inhaltlichen Zielsetzungen der Hofgemeinschaft.

(5)   Die Betreuungsarbeit  in den Wohngruppen und dem Arbeitsbereich wird eigenverantwortlich vom jeweiligen Mitarbeiterteam organisiert.

 

Wohnen

In den Bereichen Wohnen und Freizeit sollen die Bewohner/innen einen normalen Tages –  und Wochenablauf erfahren und leben können. Die Wohngruppen leben überwiegend  

selbstversorgend, so dass sie in sämtlichen Verrichtungen zur Verpflegung, Wäschereinigung und Zimmerreinigung einbezogen werden.

Die Bewohner / innen werden bei allen lebenspraktischen Tätigkeiten und sozialen Aktivitäten begleitet und entsprechend ihren individuellen Bedürfnissen gefördert.

Die Wohnhäuser bieten jedem Bewohner Wohnraum in einem Einzelzimmer an. Wohnküche und Wohnzimmer werden gemeinsam genutzt.

Die drei Wohngruppen umfassen zusammen maximal

28 BewohnerInnen. Sie sollen einen familiären bzw. Wohngemeinschaftscharakter erhalten und sich nahtlos in das soziale Gefüge des Dorfes Wildkuhl integrieren. Alle Beteiligten sind auf gute nachbarschaftliche Verhältnisse angewiesen und machen sich zur Aufgabe, diese zu pflegen.

Die fachliche Begleitung erfolgt durch ein multiprofessionelles Team.

.Praktikanten und Bundesfreiwilligendienstleistende werden helfend tätig.

 

 Betreuung

Die Betreuung ist darauf ausgerichtet, den Leistungsberechtigten zu fördern, zu betreuen und entsprechend seines notwendigen Bedarfes zu begleiten. Die Lebens- und Arbeitsgemeinschaft bietet Maßnahmen zum Erwerb praktischer Kenntnisse und Fertigkeiten zur Teilnahme am Leben in der Gemeinschaft. Dabei ist das Wirken in der Arbeits- und Lebensgemeinschaft auf die Gesamtpersönlichkeit des Menschen mit Behinderung gerichtet.

In der Lebens- und Arbeitsgemeinschaft soll der Mensch mit Behinderung bestärkt werden, seine eigene Individualität auszuleben, um seinen eigenen Charakter formen zu können. Er soll Möglichkeiten zur individuellen Entfaltung eines persönlichen Lebensstils erhalten, einen größtmöglichen Zuwachs an Selbständigkeit erfahren, ohne zu verwahrlosen. Die Maßstäbe dafür entwickeln sich aus einer Toleranz „des Anders-Sein-Dürfens"; ein Korrektiv erfährt er in der Begegnung mit seinen Mitbewohnern und im Gespräch mit den Mitarbeitern. Der Mitarbeiter ist somit nicht nur ständiger Begleiter, sondern auch Berater des Menschen mit Behinderung.

Die Lebens- und Arbeitsgemeinschaft bietet ihren Mitgliedern auch an, ihr Sozialverhalten zu entwickeln; hier erfahren sie Solidarität in gegenseitiger Unterstützung und  finden Schutz sowie Geborgenheit.

Im Alltag liegt die Betonung auf „Normalität“, das heißt es wird eine Tagesgestaltung angestrebt, wie sie in der Gesellschaft (mit ländlichem Gepräge) üblich ist. Werktags steht das Arbeiten in der Hofgemeinschaft in Wildkuhl im Mittelpunkt. Am Wochenende bilden Erholung und geistige Anregung und Erfrischung durch Freizeitaktivitäten die prägenden Elemente. Die Betreuung richtet sich danach aus; am Tagesrand und insbesondere abends wird mit Haushalts- und Freizeitaktivitäten ein anderer Stil angestrebt als tagsüber im Arbeitsbereich mit dem ihm angemessenen Tempo und den erwarteten Ergebnissen der Arbeit.

 

 Ambulante Betreuung

 Nach einer gezielten Förderung und Vorbereitung besteht für ehemalige

 BewohnerInnen auch die Möglichkeit einer ambulanten Betreuung im näheren

 Umfeld der Hofgemeinschaft.


 Arbeit und Beschäftigung

Die Hofgemeinschaft versteht sich als eine Lebens – und Arbeitsgemeinschaft, die mit ihren Arbeitsbereichen innerhalb der Tagesstruktur sinnvolle Arbeitsprozesse anbietet. 

Die Menschen mit Behinderung werden in der Aufnahme einer für sie geeigneten Beschäftigung im Arbeitsleben unterstützt

 Derzeit gliedern sich die Arbeitsbereiche der Hofgemeinschaft wie folgt:

-    Arbeitsbereich der biologisch-dynamischen Gärtnerei / Obst – und Gemüseanbau

-    Arbeitsbereich der Park - und Landschaftspflege.

-    In der Gutshausküche die Erstellung der Mahlzeiten für die Mitglieder der 

     Hofgemeinschaft, sowie in den Sommermonaten ein Cafe – Betrieb für Bewohner,

     Ausflügler und Touristen der Region.

-    Arbeitsbereich der Holzwerkstatt / Fertigung von Insektenhotels, Kerzenständer,

     Frühstücksbrettchen und Brennholzgewinnung.

-   Kleintierhaltung, Schafe, Ziegen, Kaninchen und Hühner.

-   Die hauswirtschaftliche Versorgung umfasst die Reinigung der Räume und der

    Wäsche der Hofgemeinschaft.   

 -   Hausmeisterei

Die Arbeitszeiten sind Montag bis Donnerstag 8.00 – 16.00 und freitags 8.00 – 12.00.

Die Arbeitswoche endet mit der Werkstattkonferenz am Freitag von 13.00 – 14.00

 Für Menschen mit besonders hohen Hilfebedarf (H.M.B. Gruppe V und VI) erfolgt die sozialtherapeutische Begleitung an den Werktagen in einer besonderen Kleingruppe. Das Tätigkeitsfeld liegt in der Kleintierversorgung und der Garten - und Parkpflege.

Die Arbeitszeit für diese Mitarbeiter ist von Mo – Fr, 8.00 – 12.00.

Einzelne zusätzliche Therapieangebote werden in die Vormittagszeiten integriert.

 

 Freizeit, Kultur, Religion

Neben der Entspannung, Erholung und Erhaltung der Lebensfreude sollen die Freizeitangebote auch die Erhaltung persönlicher Potentiale und Vorlieben fördern. Dies kann in der Gruppe aber auch durch individuell verschiedene Einzelaktivitäten geschehen. Ein weiteres Anliegen ist die Teilhabe und/oder Eigeninitiation an/von kulturellen Veranstaltungen der Region. Die Teilnahme an den Evangelienabenden und der sich anschließende sonntägliche Gottesdienstbesuch, bestehen als freiwillige Möglichkeit, den Wochenlauf zu beenden und zu beginnen.

Das bewusste Begehen der Jahreszeitenfeste und deren Pflege, ist Anliegen der gesamten Hofgemeinschaft. Das Feiern der Feste und ihr Gemeinschaftliches Erleben wird zum seelischen Nährboden aller in der Gemeinschaft lebenden Menschen. In den Jahresfesten erlebt sich der Mensch, insofern er sich darauf einlassen will, mit dem verbunden, was um ihn herum aus der Natur auf ihn wirkt. So lässt sich nachvollziehen wie im Frühling, der die ersten zarten Blätter und Blüten hervorbringt, das Osterfest mit der auferstehenden Natur zu unserer Seele spricht:

Und wieder spannt der Bogen sich, heraus geht die menschliche Seele mit dem sich höherschwingenden Sonnenbogen dem Sommer, dem Lichtfest Johanni, entgegen. Wenn dann die Seele sich wieder vom sommerlichen Sein auf sich selbst zurückzieht, wenn die Natur Ende September einen leicht beginnenden Sterbeprozess durchmacht, dann erlebt der Mensch umso mehr seine Unabhängigkeit, seine innere Freiheit. Die äußere Sonne schwindet, und kündend leuchtet die innere Sonne im Herzen der Menschen auf, die Michaelizeit beginnt.

 

 „Ich darf nun mir gehören

und leuchtend breiten Innenlicht

in Raumes- und in Zeitenfinsternis.

Zum Schlafe drängt natürlich Wesen,

der Seele Tiefen sollen wachen

und wachend tragen Sonnengluten

in kalte Winterfluten“.

                                              Wochenspruch aus dem anthroposophischen 

                                           Seelenkalender

                                              von Rudolf Steiner,  22. - 28. September:


Rudolf Steiner weist darauf hin, dass die Herbstesfestzeit um Michaeli ein "umgekehrtes Osterfest" ist. Im Dunkelwerden, im Sterben der Natur ersteht das innere Licht der Einzelseele. Aus der Überwindung des Toten erlebt die Seele das Aufleuchten der Erkenntnis,  dass der Überwinder des Todes leuchtend lebt in den Seelen derer, die es bemerken wollen. Die nun entzündete Flamme wird das kommende Weihnachtsfest vorbereiten.

Das mit der Natur Verwobensein, das Mitteilhaben an dem Atmungsprozess der Erde, ist wesentlicher Bestandteil des Zusammenlebens. Aus dem Erleben des Jahreskreislaufes und Feiern der Feste bilden sich diejenigen Kräfte, die ein soziales Miteinander, ein gemeinschaftliches Leben und Arbeiten erst möglich machen.